Kapitel 1.2: Wenn eine Ratte stürzt so rappelt sie sich wieder auf

Da war ich nun. Nach einer ebenfalls sehr irrsinnigen Diskussion mit A’hyato und der Frage ob er inzwischen von allen guten Geistern verlassen wurde, sagte ich dem Deal mit dem Haus schließlich ebenso zu. Lieber mit Seth unter einem Dach als irgendwo da draußen Nacht um Nacht um ein Zimmer im Gasthaus zu feilschen. Also nahmen wir unsere sieben Sachen und natürlich Maja und zogen gemeinsam ein.

Der erste Tag war hart für mich. Als ich das kleine Modell meines geplanten Luftschiffes im Wohnzimmer platzierte wurde mir bewusst, dass ich erneut gescheitert bin.  Ich hatte zwar eine Crew und so etwas wie Freunde gefunden und doch habe ich versagt. Wir haben es nicht geschafft ein neues Luftschiff zu bauen und damit in den Lüfte für uns zu gewinnen. Stattdessen wurden wir von einem aus unseren Reihen verraten, Seth musste ein weiteres Mal sein Leben riskieren um mich zu retten und zu guter Letzt verließ ich einer Nacht- und Nebelaktion die Crew und unser altes Haus für immer.

Seth versuchte mir zwar sichtlich bemüht zu erklären, dass es nicht meine Schuld gewesen sei, aber trotzdem fühlte es sich so an als sei ich erneut gestürzt. Dabei war es doch er, der direkt nach dem Einzug die Treppe hinunter gefallen ist.

Genau das hatte mir an diesem Tag gerade noch gefehlt! Als ich gerade dabei war das Bücherregal zu befüllen ertönte zunächst ein lautes Brüllen durch unser Haus gefolgt von einem dumpfen „Klonk“. Erschrocken drehte ich mich um und da sah ich ihn auch schon am Boden liegen.

Ich frage mich auch heute noch wie es dazu gekommen ist so dass er mir direkt am ersten Tag im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen lag. Wenn ihr mich fragt, dann hatte er wohl von A’hyato‘s Glühtee genascht und ihn definitiv nicht vertragen. Mir hat er natürlich versucht zu erklären, dass es einfach daran gelegen hat, dass er an dem Tag zu wenig Kaffee getrunken hatte und er sich deshalb nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Der Weg zu seinem Zimmer sei ja auch schließlich sehr weit.

So aufgeregt wie allerdings Maja um ihn herumgeschlichen ist, bin ich mir fast schon sicher, dass es der Glühtee gewesen sein musste, welchen ihre feine Nase erschnupperte und er einfach nicht zugeben wollte dass er nichts mehr verträgt.

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